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11.11.2021  | Bericht zum EVP-Anlass über Digitalisierung

Viele pro­fi­tie­ren – den guten Umgang mit der digi­ta­len Welt ler­nen So könnte man den Abend zusam­men­fas­sen. Zwei Fach­leute zeig­ten die Bri­sanz die­ses The­mas am 9.11.21 in Wein­fel­den auf. Zu den Fra­gen des stän­di­gen digi­ta­len Wan­dels und den Her­aus­for­de­run­gen an Wirt­schaft und Gesell­schaft spann­ten die Refe­ren­ten den Bogen zum per­sön­li­chen Umgang mit den neuen Medien. Die­ser kann dann gelin­gen, wenn wir bereit sind, uns mit die­sen The­men aus­ein­an­der­zu­set­zen, den Nut­zen darin zu ent­de­cken — um dann zu erken­nen, was ‘einem die Zeit und die Seele rau­ben’ will oder könnte.

Prof. Adrian Fass­bind von der ZHAW zeigte die Ent­wick­lung auto­ma­ti­sier­ter Sys­teme vom Web­stuhl (1784), das Fliess­band (1870) und die ers­ten

Viele profitieren – den guten Umgang mit der digitalen Welt lernen So könnte man den Abend zusammenfassen. Zwei Fachleute zeigten die Brisanz dieses Themas am 9.11.21 in Weinfelden auf. Zu den Fragen des ständigen digitalen Wandels und den Herausforderungen an Wirtschaft und Gesellschaft spannten die Referenten den Bogen zum persönlichen Umgang mit den neuen Medien. Dieser kann dann gelingen, wenn wir bereit sind, uns mit diesen Themen auseinanderzusetzen, den Nutzen darin zu entdecken - um dann zu erkennen, was ‘einem die Zeit und die Seele rauben’ will oder könnte.

Prof. Adrian Fassbind von der ZHAW zeigte die Entwicklung automatisierter Systeme vom Webstuhl (1784), das Fliessband (1870) und die ersten Speicherprogramme (1969) auf. Die künstliche Intelligenz zeigte sich 1997, als ein Schach-PC den Weltmeister Kasparov schlug. Die heutigen Berufsbilder werden sich verändern, da zum physischen Unterricht vermehrt die visuelle Darstellung benützt wird. Beeindruckend zeigte der Referent, wie mit 3D-Druckern hochkomplexe Teile hergestellt werden, wie Schädelplatten und Hüftgelenkkugeln. So bringe die Digitalisierung der Wirtschaft und somit der Gesellschaft enorme Fortschritte.

Josef Adam, Dozent an der ZHAW, erklärte die ‘Leitlinien für ein menschliches Handeln’. Es gäbe im Alltag immer mehr Sensoren um uns herum, die alles erfassen. In diesem Umfeld stellt sich die Frage, wo und wie der Einzelne in seinen Entscheidungen gesteuert wird. Oder erhält er Informationen, die er gar nicht benötigt? Abhilfe könnten zum Beispiel von Werbung unabhängige Provider wie ‘Swisscow’ schaffen. Das Suchtpotential sei nicht zu unterschätzen. Spiele und die Signale der Handys führten zu Arbeitsunterbrechungen und zu Störungen der Aufmerksamkeit, was das Gehirn überfordert. Im Trend liegen heute die ständige Erreichbarkeit und die Möglichkeit, sich online rasch und bequem jeden Wunsch erfüllen zu können. Der Mensch sei heute gefordert, mit digitalem Minimalismus ‘Zeiten und Orte der Ruhe’ zu finden.

Christian Stricker, EVP Grossrat und Moderator, stellte im Podium die Frage, wie einem das Ausklinken aus dem digitalen Alltag gelingen könne. Die beiden Fachleute suchen bewusst den Ausgleich im Familienleben, in der Natur oder mit Hobbys. Dabei gelte, diese Dinge (ohne Handy) zu geniessen. Als Gegenmittel zu übermässigem digitalem Konsum könne helfen, Apps zu löschen. Man müsse sich die Frage des Prinzips stellen können: Was tut mir nicht gut? - Was hilft mir? Die digitale Welt könne dann ein Hilfsmittel zur analogen Welt sein, was beides bereichert und erleichtert.

Zu den Gefahren gab A. Fassbind zu bedenken, dass sich viele technische Entwicklungen nicht durchsetzen werden. Es könne auch mal hilfreich sein, etwas mit Knopfdruck abstellen zu können. Einige digitale und technische Entwicklungen werden wir als Gesellschaft mitgehen müssen, ein Rückzug wäre falsch. Gegen Ängste oder Zweifel gelte es, sich mit der Thematik auseinander zu setzen, kritische Fragen zu stellen und sich wo nötig, Hilfe von Dritten zu holen. Diese Regel könne auch Eltern in der Erziehung ihrer Kinder helfen. Statt Verboten könne mit Abmachungen ein guter Weg beschritten werden.

Weitere Fragen betrafen die Gefahr durch Cyberkriminalität und die Abhängigkeit von IT-Netzen, die an die Beherrschbarkeit und Kontrolle der Geräte immer wichtiger werde. Bezüglich von gesteuerten Implantaten müsse die Gesellschaft über die ethische Verantwortung entscheiden. Der Abend verdeutlichte die grosse Komplexität der weiter zunehmenden Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft. Die Schlussrunde könnte mit folgendem Konsens umschrieben werden: Behaltet die kindliche Neugier, Neues zu entdecken; setzt euch – auch miteinander – damit auseinander; fällt eine Entscheidung für euer Handeln!

 

 

Zu den beiden Referenten:

Adrian Fassbind ist Professor und Dozent an der ZHAW Winterthur; Ausbildung zum Maschinen- und Wirtschaftsingenieur; ist in der Forschung digitaler Geräte (Roboter, 3D-Drucker), u.a. im Gesundheitswesen, tätig.

 

Josef Adam ist Dozent an der ZHAW Winterthur; Ergotherapeut; Studium in der Neurorehabilitation; mit dem Kurs ‘Arbeitsplatz der Zukunft’ werden Belastungsfaktoren und mögliche Lösungsansätze für den Umgang mit den veränderten Herausforderungen aufgezeigt.

 

 

29.04.2021  | EVP Thurgau, Jahresziele und Schwerpunkte 2021

Men­schen und Umwelt vor Aus­beu­tung schützen

PRES­SE­MIT­TEI­LUNG

Unter die­ses Motto stellt die EVP Thur­gau ihre Akti­vi­tä­ten im 2021. Die Corona-​Pandemie zeigt die

Menschen und Umwelt vor Ausbeutung schützen

PRESSEMITTEILUNG

                    

Unter dieses Motto stellt die EVP Thurgau ihre Aktivitäten im 2021. Die Corona-Pandemie zeigt die Zerbrechlichkeit unserer Gesellschaft auf. Gross sind die Herausforderungen für Wirtschaft, Schulen und auch das Gesundheitswesen. Mit der Verlängerung der Schutzmassnahmen hat der daraus resultierende wirtschaftliche Druck zugenommen, was der Resignation und Existenz­ängsten Auftrieb gibt. 2021 wird deshalb zu einem Prüfstein des Zusammenhalts und der Solidarität. Ihnen gilt es, Sorge zu tragen, denn sie sind Teil eines weiterhin tragfähigen Wirtschafts- und Gesellschaftsleben.

 

Stärkung der Familien

Einen Schwerpunkt setzt die EVP auf die Familie; die Würdigung und die Unversehrtheit der Generationen sowie deren Vernetzung und ihre tragenden Werte sind zu stärken. Die EVP unterstützt das Referendum gegen die Ehe für alle wegen Bedenken in der Ausweitung der Fortpflanzungsmedizin. Die Zulassung der Samenspende bei lesbischen Paaren würde eine Diskriminierung von schwulen Paaren schaffen. Bald würden auch die Eizellenspende und die Leihmutterschaft gefordert. Diese würden die Rechte der Kinder beschneiden und ihre psychischen Entwicklung und Integrität beeinträchtigen.

Auf der anderen Seite nagt die 4. Generation (über 80-jährige) an Schuldzuweisungen für hohe Gesundheits- und Sozialkosten und Shutdownmassnahmen. Auch der Druck zur Sterbehilfe nimmt zu, weshalb sich die EVP für Palliative Care einsetzt. Sie ermöglicht eine menschenwürdige und        lebensbejahende Pflege und Betreuung bis zum Lebensende. Neben der Aufklärung der breiten Bevölkerung braucht es die Schulung von Gesundheitspersonal und die Sensibilisierung der Politik.

 

Menschenhandel, Prävention

Die EVP sieht Formen der Ausbeutung in der Prostitution, weshalb sie sich für Verbesserungen der Rechte betroffener Frauen einsetzt. Oft kommen sie aufgrund des Menschenhandels oder finanzieller Notlage zur Prostituion. Ihre körperliche und psychische Vulnerabilität gilt es vor Ausbeutung zu schützen. Mit einer Interpellation will die EVP das Thema im Grossen Rat aufnehmen. – Die Pandemie hat den Konsum von Kinderpornographie rapide ansteigen lassen.

Um den Schutz von gefährdeten und betroffenen Kindern und Jugendlichen zu gewährleisten, fordert die EVP, dass Verdachtsfälle energisch verfolgt und nicht verharmlost werden. Hier ist die Thurgauer Polizei mehr als gefordert, nachdem die nationale KOBIK aufs 2021 aufgelöst wurde. Die EVP wertet dies sehr kritisch, denn hinter jedem Bild steht eine Straftat, Missbrauch oder Qual. Die Verletzlichkeit von Kindern und Jugendlichen vor Ausbeutung im Internet ist zu schützen und die teils daraus resultierende und steigende Zahl von Suizid bei Jugendlichen politisch anzugehen.

Die Pandemie zeigt auch andere Formen der Gefährdung Jugendlicher. Es besteht deshalb Handlungsbedarf in deren Begleitung und Unterstützung. Unter anderem mit Themen wie «Lernen und Bewegung», «Projektunterricht», «kreative Massnahmen für Stellensuchende». Dies soll präventiv helfen, die Jugendlichen auch gegenüber Suchtabhängig­keiten wie Alkohol und Drogen zu sensibilisieren und zu stärken.

 

Wirtschaft

Die EVP Thurgau begrüsst die vom Grossen Rat beschlossenen Covid19-Notfallmassnahmen sowie das Härtefallprogramm. Dasselbe gilt für die neu geschaffene parlamentarische Spezial­kommission ‘Corona’, um den Regierungsrat in schwierigen Fragen zu begleiten bzw. um im Grossen Rat die dafür nötigen Debatten rasch und gezielt führen zu können.  

 

Gesundheitswesen

Der Überlastung des Gesundheitswesens und des Pflegepersonals ist mit nachhaltigen Verbesserungen der Arbeits- und Anstellungsbedingungen zu begegnen, weshalb die EVP die Pflegeinitiative begrüsst. Das Vorgehen von Gemeinden, die die Leistungsvereinbarung mit der Spitex ohne Anschlusslösung kündigen, gilt es zu unterbinden - wenn nötig mit einer Motion.

 

Umwelt, Biodiversität

Die EVP unterstützt die Massnahmen zur Energiestrategie 2050, um die Belastung von Umwelt und Natur deutlich zu reduzieren. Auch in der Biodiversität – Stichwort Bienen- und Insekten­sterben - sind Anstrengungen nötig, um das ökologische Gleichgewicht widerherzustellen. Unser Augenmerk gilt deshalb auch der jährlich im Grossen Rat geführten Debatte über Verbesserungs­mass­nahmen im Landschaftsschutz und in der Biodiversität. Die EVP sieht deshalb auch Chancen mit der vom Kanton initiierten Thurkorrektion, die der Fauna neue Lebensräume verschafft.